Kenia Safari 14.04. – 25.04.14

Liebe Frau Dane,

Vielen Dank für die Weinflasche, und vor allen Dingen vielen Dank für die Organisation dieser wundervollen Reise nach Kenia. Es hat alles geklappt und grosse Freude bereitet.

Im Einzelnen möchte ich hier von einigen Sachen berichten, die für Ihre Planungen zukünftiger Touren vielleicht relevant sein können:

Äthiopian Airlines ist eine exzellente Fluggesellschaft, sehr professionell, sehr freundlichen Personal.
(Auf dem Hinflug wurden wir sogar für die FRA-ADD Strecke in die Business Klasse upgraded).
Addis Abeba Flughafen ist völlig überlastet und der „Hub-Operation“, wie sie die Äthipian da durchführt in keiner Weise angemessen. Ich habe noch nie so lange Schlangen beim Umsteigen erlebt. Selbt vor den (wenigen) Toiletten gab es lange Schlangen. (Das Problem scheint auch der Äthiopian Airline bewusst zu sein, in deren Boardmagazin konnte ich lesen dass die in Kürze ein neues Terminal bauen wollen. Aber bis dahin (Eröffnung 2016?) wird Umsteigen in ADD eine Tortur bleiben.
Bei der Einreise in Kenia wurden tatsächlich Impfpässe auf Gelbfieber Impfung kontrolliert. (Vielleicht hätte man bei fehlender Impfung diskutieren können, dass man aus Europa kommt und in ADD nur umgestiegen ist, aber nach einem Nachtflug und Umsteigen in ADD war ich froh dass wir die Impfung hatten und es keine Diskussionen bei der Einreise gab).

Unser Fahrer Jackson war ein absolutes Highlight. Ein so kompetenter, gebildeter, engagierter und ambitionierter Guide. Er hat einen grossen Beitrag zum absoluten Gelingen der Reise geleistet.

EKA Hotel in Nairobi war gut und angemessen, wie man es von einem solchen Hotel erwartet.

Samburu Reservat war das beste von allen vier Stationen. Es war Regenzeit (Regen in der Nacht), alles grün, aber durch die eher kleine Fläche des Reservates gab es auf kleinem Raum an jeder Ecke Tiere zu sehen. Da alles grün war, war auch die Landschaft ein Highlight. Angeblich soll Samburu in der Trockenzeit sehr heiss sein, und die Hit-Rate für Tiere nicht so hoch sein. Insofern scheint Samburu DER Tip für einen Safari in der Regenzeit zu sein. Kann ich jedem nur weiter empfehlen.

Samburo Lodge war ebenso top. Wie in allen Lodges und Camps sehr freundliches Personal. Mateo hat sofort Freundschaft mit den answesenden Samburus geschlossen. (Im direkten Vergleich mit den Masai in der Mara scheinen die Samburu nicht so „satt“ zu sein. Es fiel auf dass die Samburu viel herzlicher sind).

Serena Mountain Lodge am Mt. Kenia war eine Enttäuschung. Weil es den ganzen Tag geregnet hatte gab es kaum Tiere am Wasserloch. Leider bietet die Lodge auch kein Alternativprogramm – in den Wald darf man nur mit Führer (2 Stunden Tour für viel Geld, was wir uns in Anbetracht des Sturzregens nicht antun wollten), und für relaxen in der Lodge fehlt ein Pool oder Whirlpool. Die Serena Lodge zur Regenzeit kann ich nicht empfehlen.

Flamingo Hill Camp in Nakuru war sehr schön, auch hier wieder sehr herzliches Personal, und – im direkten Vergleich zu den anderen Stationen – tolles Essen. Leider durch die Nähe zur Grossstadt in der Nacht doch eher laut. Das Hupen und die Knattergeräusche der Mopeds Nachts um 3 Uhr sind störend. (Vor allen Dingen wenn man gerade aus Samuru kommt …)

Nakuru NP ist derzeit eine zweischneidige Sache: Viele Tiere, nicht nur Vögel. Aber der See ist mittlerweise so weit über die Ufer getreten (und das noch VOR dem Beginn der Regenzeit in der Region) dass fast alle Strassen unpassierbar sind, und man auf die einzige Ringstrasse angewiesen ist. Das hat dann den Charakter eines „Drive-In“ Zoos, auf dem es wiederum bedingt durch die Nähe zu den grossen Städten zu Staus kommt. In jedem Matschloch hängen dann vertrottelte Städter mit Ihren 2WD Autos fest. Solange der Nakuru See so hoch steht ist der Park nicht wirklich zu empfehlen. Jackson erwähnte dass die Guides mit dem KWS Kenia Wildlife Service im Steit sind – bei so hohem Wasserstand wollen die Führer etwas mehr Freiheit haben um alternative Strassen zu benutzen so dass sich nicht alles auf der Ringautobahn drängelt. Aber der KWS sieht das nicht ein und sperrt sich komplett. Dadurch wird Nakuru zu einem eher langweiligen Park.

Masai Mara braucht nicht kommentiert zu werden – einzigartig halt.

Keekerok Lodge hingegen war enttäuschend. Wie die Kameraden den „Award for Luxury Hotels“ in 2012 gewonnen haben ist mir schleierhaft. Das schlechteste Essen von allen Stationen. Zimmer eher heruntergekommen (im Vergleich zu Samburu und Flamingo Hill). Handtellergrosse Löcher in den Moskitonetzen. Jackson berichtet dass der Besitzer (mal wieder) gewechselt hat, und Keekerok jetzt im Besitz einer indisch-stämmig dominierten Kette ist, wo das Management nicht vor Ort ist, sondern nur ab und anruft um zu fragen ob alles noch okay ist. Das merkt man. Highlight war hingegen die Freundlichkeit des Personals (wie überall). Alles in allem: Keekerok Lodge ist nicht empfehlenswert.

Statistik:

Alle „Big Five“ wurden gesichtet und fotografiert. Ebenfalls seltene Arten wie Grevy Zebra, Spitzmaulnashorn und Gepard. Insgesamt haben wir 56 verschiedene Tierarten gezählt (ohne Insekten).

Malaria Vorsorge mit Malarone hat funktioniert, keine Probleme, keine Nebenwirkungen. (Ausser das Malarone für 3 Personen 2 Wochen ungefähr so teuer ist wie ein „traditioneller“ Urlaub am Ballermann all inklusive).

Es gab auch keine Beschwerden über Bauschschmerzen und Durchfall (obwohl Kollegen auf England mir berichteten dass der Durchfall in Kenia unvermeidlich wäre). Wir haben konsequent auf Eis im Drink, Salat und Rohes/Ungeschältes verzichtet, und das hat geklappt: kein Bauchweh, kein Durchfall, bei keinem von uns.

Das wars. Nochmals vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen
Rainer K.

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